| 2005-01: PACG-Derby-Tour |
|
| Geschrieben von: PACG - Michael Gündert |
| Dienstag, den 16. Januar 2007 um 19:07 Uhr |
Der 7. Januar 2005 war ein historischer Tag. Spanien stand die größte Invasion von deutschen Atlético-Fans aller Zeiten bevor. Mit 17 "Rojiblancos" sollte der Airbus von Germanwings gen Süden starten. Doch dabei war einer, der mehr "blanco" als "rojiblanco" war. Aber dazu später mehr ...Freitag, 07.01.2005Als gemeinsamer Treffpunkt für diese Tour war halb drei am Check-In-Schalter von Germanwings am Flughafen Köln / Bonn geplant. Also machte ich mich rechtzeitig von Würzburg aus über die A3 in Richtung Köln auf den Weg. Kurz hinter Frankfurt gabelte ich an einer Raststätte noch unsere Hannah auf, die zum ersten Mal mit nach Madrid flog. Ohne größere Probleme erreichten wir Köln / Bonn und stellten unser Auto wie immer im Parkhaus P3 ab. Wir waren überpünktlich, und so hatten wir nach dem Check-In noch reichlich Zeit auf die anderen zu warten.Daniel war dann der Nächste, der ankam und hatte als Willkommensgruß auch gleich zwei Sixpacks Beck's Gold dabei, die sehr wohlwollend aufgenommen wurden. Mit der Zeit fand sich dann die gesamte Gruppe ein. Unser "Präsi" Husky, mit seinen beiden "Uni-Schnecken" (so hat er uns immer erzählt) Silke und Esther ("Ästa" mit kurzem E bitte!!!); die Jungspundfraktion aus Franken, bestehend aus Figaro und Olli Schittenhelm (sorry, aber den geilen Nachnamen musst ich einfach nennen); unsere beiden Vertreter aus der "Ostzone" Daniel und Schmidti; Gesangstalent Olivieri (il capo canoneri) aus Hamburg, sowie Nina, Andreas "Kölner" Seiler und unser Halbspanier Franky. Gutgelaunt und hoch motiviert bestiegen wir um ca. 16.30 Uhr den Flieger. Zur Einstimmung wurden unterwegs auf Huskys Laptop Videos aus Atléticos glorreicher Vergangenheit geschaut, wie beispielsweise alle Tore aus der Meistersaison 1995 / 1996. Nach rund 2 einhalb Stunden Flug in Madrid angekommen, schnappten wir unser Gepäck und fuhren mit der U-Bahn in Richtung Innenstadt, um unser altbekanntes Hostal zu beziehen. Die Herbergswirtin war auch gleich ganz begeistert, als sie ihren "Alemanos" die Tür öffnete. Dort machten wir dann Bekanntschaft mit Zimbo und Tina aus Düsseldorf, die zuvor schon 2 Tage in Barcelona verbracht hatten und sich unserer Gruppe nun anschlossen. Dann ging es los zum Plaza del Sol, dem "Mittelpunkt Spaniens", um dort am Bären, dem Madrider Wappentier, mit Hasso zusammen zu treffen, einem weiteren Deutschen, der sich das Derby anschauen wollte. Außerdem begrüßte uns unser Vizepräsident und Organisator in Madrid, suki, und führte uns in eine Kneipe, wo es erstmal reichlich Bier und Bocadillos gab. Zu späterer Stunde wurde Olli mehr und mehr unruhig. Man merkte richtig, wie es ihn in seine geliebte "Karaoke-Bar" zog. Wir ließen uns natürlich nicht lange bitten, und so machte sich der ganze Tross auf und fiel in die Bar ein. Bei einigen Drinks lernte man sich besser kennen und Olli gab natürlich traditionell gleich zu Anfang sein "Ohne Dich Schlaf Ich Heut Nacht Nicht Ein" von der "Münchner Freiheit" zum Besten. Da war die Stimmung natürlich erstmals an diesem Abend am Siedepunkt. Endlich traf auch Carlos Esteban Köhler Crespo (carlitos) ein, der einen späteren Flug aus Frankfurt genommen hatte. Olli, Carlitos, Husky, Hannah, suki, oder auch ich (LITti), schmetterten – nachdem wir unsere Stimmbänder ordentlich geölt hatten – solche Klassiker wie "Skandal im Sperrbezirk", "Summer of 69" oder "Hotel California". Als besonderes Schmankerl hatte suki sein Selbstkreiertes Peña-Shirt an, das im laufe der Nacht jeder einmal anprobierte. Als schließlich die Lichter angingen (bei einer Person waren sie schon lange ausgegangen), gingen wir die 10 Meter bis zu unserem Hostal und hauten uns in die Matratzen. Samstag, 08.01.2005Am Samstag quälten sich die meisten schon früh aus den Federn, sei es um einzukaufen (Silke und Ester), oder um zum Trainingsgelände von Atlético nach Majadahonda zu fahren. Kölner machte sich auf den Weg um das Spiel zwischen CD Numancia und Athletic Club de Bilbao sehen. Andere schliefen lieber aus ...Mit 2 Taxen und suki als drittem Chauffeur ging es nach Majadahonda, einem Vorort von Madrid, wo Atlético sein Trainingszentrum hat. Dort befestigten wir als erstes unser nagelneues, riesiges Banner am Zaun, was auch gleich die Beachtung der Spieler, sowie der zahleichen Zuschauer und Journalisten erregte. Nachdem wir rund eine Stunde bei dieser recht lockeren Trainingseinheit zugeschaut hatten, begaben wir uns auf einen Nebenplatz, wo um 12 Uhr die Cadete A, eine Jugendmannschaft ihr Derby gegen die "Blancos" von Real bestritt. Ein 1:0 Rückstand konnte bis zur Pause noch ausgeglichen werden, doch kurz nach dem Seitenwechsel musste ein Rojiblanco mit der Ampelkarte vom Platz. Doch das schien die Jungs vom Manzanares erst so richtig zu beflügeln, denn in der Folgezeit beherrschten sie trotz Unterzahl das Spielgeschehen und konnten sogar zwei Treffer erzielen, was zum umjubelten ersten live gesehenen Atléti-Sieg führte. So konnten wir zufrieden zurück in die Stadt fahren und uns noch etwas aufs Ohr hauen, was allerdings gar nicht so einfach war, da Olli und Daniel mittlerweile auch wach waren und das Zimmer stürmten. Gegen 8 Uhr ging es dann in rot-weißer Montur in unsere Stammkneipe, die "Esquina de Calderon", wo wir von einem Fernsehteam von TeleMadrid interviewt wurden, und unsere Schlachtgesänge vorführten. Nach einer Stärkung machten wir uns wieder auf in die gute, alte Karaoke-Bar. Wie schon am Vorabend war die Stimmung genial! Besonders freute ich mich, dass diesmal unser guter Kumpel Berchi (sprich: Bertschi) dabei war, der in Madrid wohnt. So wurde auch an diesem Abend wieder viel gesungen und gelacht, wie überhaupt am gesamten Wochenende. Ein kleiner Wermutstropfen war allerdings, dass Silke tagsüber beim fleißigen shoppen der Komplette Geldbeutel mit allen Papieren geklaut wurde. Doch nach einem Besuch bei Polizei und Botschaft, war das zumindest halbwegs wieder in Ordnung gebracht. Einmal mehr wurden wir an diesem Abend von einem Mitglied des Peña überrascht (wir wollen wiederum keine Namen nennen), was den Alkoholkonsum anging. Nach drei Vodka-Lemon bewegte sich diese Person wie eine Marionette, die von einem betrunkenen Puppenspieler geführt wurde. Als wir die Karaoke-Bar verließen legten sich alle in ihre Betten und träumten vom Derby-Sieg ... Alle? Nun einer wohl nicht, aber dazu später mehr ... Außerdem wollte Berchi natürlich noch nicht nach Hause, sondern weiter um die Häuser ziehen. Allerdings war ich der einzige, der noch mitging, da sich die Anderen für das Spiel schonen wollten. Na ja, dachte ich; nur die Harten kommen in' Garten, und zog mit Berchi los. Als gebürtiger Madrilene kennt der die Hauptstadt wie seine Westentasche, doch als er mir seine Lieblingsbar zeigen wollte, war die plötzlich nicht mehr da, wo sie sich sonst immer befunden hatte ... Deshalb kehrten wir einfach auf einen Drink in eine andere Bar, ein, um noch mal genau zu überlegen ... Nachdem wir auf der Straße 4 Leute danach gefragt hatten, fanden wir endlich die "La Fontana". Und was soll ich sagen; es hat sich definitiv gelohnt so lange zu suchen ... Den Rest des Abends gab ich mein Bestes für die deutsch-spanische Völkerverständigung ... Als ich dann endlich zurück ins Hostal wollte wurde es schon so langsam hell. Da auch nach mehrmaligem Klingeln auf unserem Flur keiner öffnete musste ich leider den Herbergsvater rausklingeln, der allerdings sowieso schon wach war, da es mittlerweile bereits halb 8 Uhr war ... Sonntag, 09.01.2005Nach einer sehr kurzen Nacht (für mich gut 2 Stunden) ging es schon wieder raus aus den Federn, und nach einer kalten Dusche fuhren wir zum Estadio Vicente Calderon, wo für die Fanclubs ein Empfang vorbereitet war. Dort gab es Tapas und Getränke, sowie kleine Geschenke. Als Gegenleistung mussten wir für 2 Fernsehsender unsere Lieder grölen und einen Tipp fürs Derby abgeben. Nur einer tippte 3:1 für Real, aber dazu später mehr ...Nach einem Besuch im Fanshop ging es ab zu Mahtani in die "Esquina", wo unser großes Essen stattfinden sollte. Es gab Tapas, danach riesige Steaks und Kuchen zum Nachtisch. Aufgrund seiner Fähigkeiten im Umgang mit Messer und Fleisch wurde Olli S. ab diesem Zeitpunkt nur noch "Schlitzer" gerufen… Da einige noch an der vergangenen Nacht zu kauen hatten war der Appetit eher dürftig und der Bierdurst noch gering. Stattdessen gab es Wasser gegen den Brand, was allerdings nur das gechlorte Zeug aus der Leitung war. Da dann doch lieber Bier ... Mit einer kurzen Ansprache begrüßte unser Präsident auch die vielen Gäste, die am Essen teilnahmen. So zum Beispiel Berchi mit seinem Kumpel Juanga und anderen Spaniern, Dave, Tate und Mario, sowie der Fanclub-Koordinator von Atlético Madrid. Nach dem Essen stieg bereits so langsam die Spannung auf das große Derby. Vor der Esquina wurden die verbleibenden Stunden bis zum Anpfiff um 19 Uhr bei ein paar Bierchen und strahlendem Sonnenschein verbracht. Um ca. 5 Uhr gingen wir die 300 Meter zum Stadion, wo schon einige Fans warteten. Die Stimmung war super und als der Bus mit den Atléti-Spielern ankam erzitterte der ganze Platz von den lang gezogenen "Aaaaatléeeeeetiiiii" Rufen. Der Real-Bus hingegen wurde beschimpft und mit Schmährufen bedacht. Als sich die Stadiontore öffneten gingen wir gleich rein, um unser Banner an der Tribüne zu befestigen. Danach konnten wir bequem von oben zusehen wie sich draußen vereinzelte Atlético-Ultras von "Frente Atlético" kleinere Scharmützel mit der Polizei lieferten. Allerdings keine größere Sache, wie zum Beispiel beim letzten Mal, als es gegen die "Ultra-Sur" von Real ging. Das Spiel selbst war natürlich ein Schlag ins Gesicht eines jeden "Rojiblancos". Trotz 17:3 Chancen verloren wir mit 0:3 gegen die "Hijos de putas". Dementsprechend geknickt kamen wir danach wieder bei Mahtani zusammen, um uns gegenseitig aufzumuntern. Bald war die Stimmung wieder etwas besser, doch nach feiern war heute keinem so wirklich zumute. Eine übertrieb es allerdings mit dem Frustsaufen gewaltig, so dass sie von der armen Nina versorgt werden musste ... Während manche noch länger bei Mahtani blieben oder noch mal in die Stadt loszogen, blieben Silke, Esther, Schlitzer, Figaro, Husky und ich auf dem Zimmer um lustiges Liederraten zu spielen ... Montag, 10.01.2005Nachdem wir alle lange ausgeschlafen hatten (außer den beiden Mädels und Husky, den Frühaufstehern) machten wir unsere Zimmer fertig, zahlten, und deponierten das Gepäck im Hostal. Danach ging es in kleinen Gruppen in die Stadt, wo zum Beispiel Schlitzer, Figaro, Olli und Ich von der Policia daran gehindert wurden einen Park zu betreten – nichtsahnend, dass es sich um den Garten des Königs handelte ...An diesem Tag schließlich hatte sich unser "Blanco" endlich auch zum "Rojiblanco" gewandelt! Schlitzer, eigentlich Real-Fan, scheint das Wochenende umgepolt zu haben, denn er trug nun einen rot-weißen Pullover ... Um 5 Uhr trafen wir uns alle wieder am Hostal, außer Husky, Hannah und Daniel, die wir mittags schon verabschiedet hatten, da sie noch eine weiter Woche in Spanien blieben, um auch das Pokalspiel in Lorca und das Match bei Getafe zu sehen. Der Rest der Truppe machte sich nun auf den Weg zum Airport, um die Heimreise anzutreten. So richtig wahr haben wollte es keiner, doch die Stunde des Abschieds war gekommen. Wir ließen die Lichter von Madrid hinter uns zurück und kehrten in die Heimat zurück. Am Flughafen gab es noch ein großes Verabschieden, dann machten sich die verschiedenen Gruppen und Fahrgemeinschaften endgültig auf den Heimweg. Mit Figaro und Schlitzer fuhr ich wieder Richtung Frankenland. Als die Uhr auf 00.00 Uhr sprang schliefen die beiden tief und fest, so bekam Figaro seine Glückwünsche zum 17. Geburtstag etwas verspätet. Nach einer Rekordfahrt von nur 2½ Stunden fuhr ich in Kitzingen von der Autobahn ab, wo die beiden von Schlitzers Vater in Empfang genommen wurden, der sie heim chauffierte. Um kurz vor 2 Uhr war ich dann auch daheim und schrieb ins Forum einen Gute-Nacht-Gruß. Und so ging eine weitere unvergessliche Reise nach Madrid zu Ende. Trotz der Niederlage ein echtes Erlebnis! Es ist einfach wunderbar ein Teil dieser großen rot-weißen Familie zu sein! Ich denke auch, diejenigen, die zum ersten Mal dabei waren (und vielleicht gar keine Fußballfans sind, gell Silke und Esther), haben dieses tolle Gefühl gespürt, was es bedeutet ein Rojiblanco zu sein. !!!Atlético hasta la muerte!!! |
An dieser Diskussion teilnehmen.
Bitte anmelden oder registrieren um an dieser Diskussion teilnehmen zu können.



