| Atlético feiert Forlán - Benitez vor Absprung |
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| Geschrieben von: dpa |
| Freitag, den 30. April 2010 um 22:09 Uhr |
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Mit seinem Treffer in der 102. Minute zum 1:2 beim FC Liverpool schoss der 30 Jahre alte Uruguayer Atlético ins Endspiel der Europa League und riss Englands Rekordmeister aus allen Träumen. «Ich weiß nicht, was im Sommer passiert», deutete Trainer Rafael Benitez, der bei Juventus Turin im Gespräch ist, nach dem K.o. der «Reds» sogar seinen bevorstehenden Abschied an. «Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft. Ich weiß, wo wir herkommen. Mir fehlen die Worte, um unsere Freude zu beschreiben. Es ist der glücklichste Augenblick meiner Laufbahn», freute sich sein Gegenüber Enrique Sánchez Flores, der Atlético zum ersten Mal in 24 Jahren in ein europäisches Finale führte. Am 12. Mai trifft der als ewiger Pechvogel geltende Club im Endspiel in Hamburg auf den FC Fulham, der nach Jahren englischer Dominanz nun als einziger die Fahne des Fußball-Mutterlandes in Europa hochhält. «Fulham Heroes, Liverpool Zeros», brachte es die «Times» auf dem Punkt. Dabei mussten die überlegenen Spanier lange zittern. Nach 90 Minuten hatte Liverpool im Stadion an der Anfield Road durch Alberto Aquilani (44.) das Hinspiel-Ergebnis egalisiert. In der Verlängerung standen die Gastgeber nach dem 2:0 von Yossi Benayoun (95.) mit einem Bein im Finale, ehe Forlán, früher in Diensten von Liverpools Erzrivalen Manchester United und schon damals in Anfield immer für ein Tor gut, die «Reds» in die Knie zwang. «Wie groß diese Mannschaft doch ist!», staunte das spanische Sportblatt «Marca» über Atlético, das nun zum ersten Mal in der 107- jährigen Geschichte in zwei Pokal-Endspielen steht. Nach der Europa League können die «Atleti» am 19. Mai gegen den FC Sevilla auch noch den spanischen Pokal gewinnen. «Ein Supertor von Forlán löschte die Hölle in Anfield. Nun ist das Double greifbar nahe», jubelte «As», und «El Mundo» lobte den kleineren der beiden Madrider Vereine: «Atlético bewahrt das Prestige des spanischen Fußballs.» «Dieses Spiel fasst unsere ganze Saison zusammen, wo so viel gegen uns gelaufen ist», klagte dagegen Benitez, dessen ausgelaugt wirkende Elf im vierten Jahr nacheinander titellos bleibt. Auch für kommende Saison sieht es düster aus: Als momentan Siebter in der Premier League dürfte Liverpool die Qualifikation für die Champions League verpassen. «Das einzig Gute für Liverpool liegt wohl darin, dass nun die letzten Illusionen beseitigt sind», schrieb die britische Tageszeitung «The Guardian». «Das Ausscheiden tut wirklich weh», erklärte der «Daily Telegraph» und empfahl Benitez den Abschied. «Wenn er gehen will, soll er gehen. Neue Gesichter, neue Ideen und etwas neues Geld werden gebraucht, um diesen berühmten Club wieder aufzurichten.» Komplett dürfte das Elend werden, wenn Englands Rekordmeister (18 Meisterschaften, genauso viele wie Manchester United) auf Michael Ballacks FC Chelsea trifft. Ein Sieg über den Tabellenführer würde Manchesters Weg zur historischen 19. Meisterschaft ebnen - und Liverpool wäre noch einen Titel los. |


London/Madrid (dpa) - Bei Manchester United ein Mitläufer, bei Atlético Madrid der Mann für die entscheidenden Tore: Diego Forlán hat Spaniens Fußball nach dem Champions League-Aus des FC Barcelona seinen Stolz zurückgegeben.
